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SCHLOSS FREIENWALDE
 

Schloss Freienwalde wurde 1798 für Friederike Luise (1751-1805), Witwe des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm II., vom preußischen Landbaumeister David Gilly (1748-1808) als ländlicher Sommersitz erbaut. Im Gegensatz zu den königlichen Schlössern in Potsdam und Berlin verkörpert es den preußischen Frühklassizismus par excellence. Eine historische Ansicht zeigt den zweigeschossigen Kubus mit zwei Balkonen. Das flache Walmdach besitzt eine Aussichtsplattform, die von einem transparenten Eisengitter eingefasst wird. Links daneben befindet sich der von Arkaden umgebene Pavillon, in dem die Königin an sommerlichen Tagen wandernde Musiker- und Theatergruppen auftreten ließ. Die ursprünglich unterhalb der Schlossanlage verlaufende „Berliner Straße“ wurde 1869/70 um diese in weitem Bogen herumgeführt.

So entstanden neben dem romantischen Berggarten eine geräumige Terrasse und ein zweiter, mit Skulpturen, Bäumen und Blumenbeeten ausgestatteter , südlicher Garten. Nach dem Tode der Königin wurde das Schloss von der königlichen Familie nur noch selten genutzt. 1909 stand es mitsamt Park zum Verkauf und wurde von dem Berliner Großindustriellen und Liebhaber preußischer Landschaft und Kultur, Walther Rathenau, erworben und umgebaut. Unter anderem entstand ein Altan, der einen weiten Ausblick auf die Altstadt von Freienwalde, das Oderbruch und die Neumark bietet. Nach Süden hin erhielt das Schloss einen durchgängigen Balkon mit einer Doppeltreppe, die in den Garten führte. Schloss Freienwalde war für Walther Rathenau ein Refugium vor dem Trubel des Geschäfts- und Gesellschaftslebens in Berlin und ein geselliger Ort für Freunde und Künstler aus aller Welt.

Hier schrieb er seine wichtigsten Bücher. 1918/19 brachte er einen Teil seines Vermögens und das Schlossareal in eine Stiftung ein, die der Förderung von Wissenschaft, Kunst und Kultur dienen sollte. Nach seiner Ermordung als Außenminister am 24.6.1922 schenkten seine Erben den Besitz dem damaligen Landkreis Oberbarnim. In den 30er und 40er Jahren diente das Schloss politischen und musealen Zwecken. 1945 wurde es geplündert und nur vor dem Abriss bewahrt, weil sich hier die „Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft“ einquartiert hatte. Als „Puschkinhaus“ nutzte es die Stadt Bad Freienwalde zugleich als Kulturhaus und Bibliothek.

Nach der Wiedervereinigung gründeten der Landkreis - heute Märkisch-Oderland - und die „Walther Rathenau Gesellschaft e. V.“ hier die „Walther-Rathenau-Stift gGmbH“.

Von 2001 bis 2009 wurden das Schloss und das Gärtnerhaus saniert. Letzteres beherbergt heute die Verwaltung und das Archiv.

Nach sorgfältigen denkmalpflegerischen Untersuchungen konnte auch der Pavillon der Königin, das so genannte Teehäuschen, wiederhergestellt werden. Die Arbeiten wurden dank einer großzügigen Spende der Reemtsma-Stiftung möglich.

Seit Mai 2010 steht es der Öffentlichkeit wieder für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen zur Verfügung.

 
 
 
 
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